The Joram Lee Story
Written by The Mill

One rainy day in the beginning of the third millenium somewhere in a little village in the south west of Bavaria a wise man had an idiea.

Josef , a chef of the regional Bauunternehmen  dachte daran eine Band zu Gründen mit der er Lieder aus seiner Jugend im Dialekt spielen könne….

…..es war der Mittwoch vor dem Wochenende an dem sie auftreten sollten. Josef hatte Alois, Flo und Mühle zu Hause abgeholt, um mit ihnen nach Sonthofen zur gemeinsamen Probe mit den Grittebendlfehla zu fahren.
„Ich habe eine Einladung für ein Festival in Aiing am Aiinger See.  Mühle Du kannst schon mal bei der Miriam kündigen, wenn wir jetzt dann jedes Wochenende einen Auftritt haben," sagte Josef.
„Das wird sich nach dem Samstag schon von ganz alleine klären" meinte der für gewöhnlich nicht so pessimistische Flo.
„Ja, klasse" schaltetet sich Mühle ein, „ dann lebe ich von Harz IV" „ und von den Einnahmen von Joram Lee" ergänzte ihn Josef, worauf der für seinen Realitätssinn bekannte Liese zu bedenken gab dass dies dann 365 Euro  und Nix seien. Alle lachten. Die Stimmung war sehr gelöst und ganz anders als noch am Abend zuvor, als schon der kleinste Misston von Mühle für Unstimmigkeiten sorgte.

Den Probenraum fanden sie auf Anhieb. Er war in einem alten Lagergebäude der Bundesbahn.
Willi der Manager war schon da. Für gewöhnlich kam er eine halbe Stunde oder mehr zu spät. Nun, er schien die Sache endlich ernst zu nehmen.
Es war die erste Tür des langen flachen Gebäudes, die offen war. Sie mussten durch noch zwei weitere Türen, ehe sie endlich in einem, alle Clichés erfüllende Probenraum standen. Die Grittebendlfehla waren schon am spielen. Es klang wie Neil Young mit Crazy Horse leibhaftig. An der einen Stirnseite des Raumes hing ein ca. 2 qm großer Wandteppich mit Playboyhäschen. An den beiden Längswänden hingen jeweils ein Playmates.
Die Wände waren mit Schaumstoff ausgepolstert, damit die Töne im Raum drin blieben.
Auf dem Boden standen unter anderem ein paar Kisten Bier der diversen Allgäuer Bierbrauereien. Mühle langte gleich zu - er hatte richtigen Durst nach der Flasche Rotwein, er dachte er sei der erste, aber Liese hatte wohl schon eine aufgemacht ehe er sich setzte.
Willi zögerte noch, hätte gerne ein kaltes Bier gehabt. Da meinte Mühle trocken „ Hast jetzt an Durscht oder nicht?!" was ihm einen überraschten Blick von Josef einbrachte.
Josef war ganz weg von den Darbietungen seines Sohnes der bei den Fehla Leadsänger war und gerade einen ....... Text zum Besten gab...

Es war der 11. August 2007, der Tag ihres Auftritts, um fünf Uhr morgens als die Mühle aufwachte und lauschte. Es regnete. Tja, dachte er, dann spielen wir eben im Bullwinkel.
Ein paar Stunden später, als er seine E-Mails nachschaute, war da auch eine vom Manager.
Die Mitteilung lautete „Auftritt findet im Moorbad statt".
Ungläubig schaute Thomas nach draußen. Es regnete in Strömen. Er schrieb der ganzen Band eine E-mail „ ab ins Bullwinkel". Aber es blieb dabei. Der Auftritt sollte im Moorbad über die Bühne gehen. Der Wetterbericht für den Abend war gut. Also was soll's, wenn es jetzt regnet.
Um Zwölf waren sie alle oben im Moorbad versammelt. Vitus kam wenig später mit seinem LKW, indem sich die Bühne und das gesamte Sound und Licht Equipment befand.

Um vier Uhr hörte es schließlich auf zu regnen und so ab sechs wurde es sogar freundlich. Die Wolken lockerten auf und die Temperatur war relativ mild. Alle waren gespannt wie viele Menschen wohl kommen würden.
Beim Soundcheck waren bereits schon eine Handvoll Leute da, die nicht zu den Helfern gehörten. Und so ab halb acht kamen ständig neue Leute aus dem Westen des Moorbads, wo sich der Eingang und die Kasse befand in den Zuschauerbereich wo die Bierbänke und - Tische standen. Es war ungefähr so wie wenn man den Wasserhahn einen Badewanne langsam aufdreht und sich die Badewanne langsam auffüllte.
Aber es war nicht so, dass die Leute einfach kamen, nein es war mehr. Sie hatten einen Schwung, eine Dynamik in ihren Bewegungen und ein Funkeln in den Augen das einen eher an Weihnachten erinnert, wenn Kinder nach der Christmesse aus der Kirche strömen, um schnellst möglich nach Hause zu kommen wo sie das erwarteten was sie sich so sehr gewünscht hatten.
Doch was erwarteten diese Leute? Was wünschten sie sich heute Abend zu erleben?
Nach ein paar Regentagen zu viel kam das freundliche Wetter am Samstagabend gerade recht um zu feiern und es sich gut gehen zu lassen. Und was war das wohl für eine Band, bzw. was haben die vor, was spielen die, was können die überhaupt? Die Bandmitglieder waren in der Gemeinde alle bekannt, aber außer einem alle nicht als große Musiker.
Es war die nackte Neugier, die die Leute an diesem Abend ins Moorbad trieb. Jeder wollte dabei sein, wenn sich diese fünf bis auf die Knochen blamieren, denn konnte man sich etwas anderes vorstellen? Andererseits, wenn dies so wäre, hätten sie dann ein so professionelles Plakat  verbreitet? Hätten sie so eine Werbung für dieses Konzert gemacht nur um viele Zuschauer zu haben wenn sie sich blamieren? Das konnte es doch auch nicht sein.
Und diese Ungewissheit, die Unsicherheit was da wohl abgehen wird, ähnelte sehr der kindlichen Vorfreude auf Weihnachten und die zum Teil auch unerwarteten Geschenke.
Und wie wir bereits wissen waren unsere Bandmitglieder mit eben diesen gleichen Fragen beschäftigt. Werden wir uns blamieren oder was wird sonst sein. Wir können doch kaum spielen, und dann so eine Bühne, so ein Aufwand.
Es lag viel Adrenalin, Euphorie und Spannung in der Luft, und es machte sich eine positive energiegeladene freudige Stimmung breit, noch bevor unsere fünf Helden die Bühne betreten hatten.
Dafür hatte unter anderem ihr Manager gesorgt, der eine lässige Preshow Musik auflegte (Micky Jupp)……